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HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshaber

HAP Grieshaber

* 15. Feb . 1909+ 12. Mai 1981

bürgerl. Name: Helmut Andreas Paul Grieshaber 

Fürst 66/1-66/40 b (von e). Alle Bll. signiert. Im Impressum nummeriert. Exemplar 14/40 der Vorzugsausgabe. Auf Japan von Kochi. 67 : 51,5 cm (26,3 : 20,2 in), jeweils Blattgröße.

Grieshabers „Totentanz von Basel“ dürfte zweifelsfrei die erfolgreichste Holzschnittserie in der deutschen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg sein. Der Künstler verarbeitete Anregungen, die er von dem Totentanz auf der Friedhofsmauer des Dominkanerklosters in Basel aufgenommen hatte und schuf die erfolgreiche Serie von Farbholzschnitten in erstaunlich kurzer Zeit. Die Höhe der Auflage von 3333 Exemplaren in der unsignierten Buchedition auf einfachem Papier hat wesentlich zur Popularisierung des Werkes beigetragen. Grieshaber hat, von der künstlerischen Typografie kommend, den Farbholzschnitt als Mittel der Aussage zeitig für sich entdeckt. Gerade in dieser Folge kommt er den Sujets zugute, die Grieshaber in vereinfachenden Formen schnitt, um den mittelalterlichen Charakter der Darstellungen möglichst getreu zu erhalten. Neu ist die Anordnung der Farbstöcke, auf denen die Komposition basiert. Das Fehlen eines Stockes, der in Schwarz gedruckt die Zeichnung vorgibt, unterstreicht den Charakter der Wandmalerei, die hier verkleinert in ein anderes Medium übertragen wird. Der Totentanz als „mementum mori“ war zu allen Zeiten ein beliebtes Motiv, sagt er doch mehr Vergänglichkeit allen Irdischen aus als so manche andere Darstellung.

Vita:

Der in Oberschwaben geborene Grieshaber verbrachte seine Schulzeit von 1915 bis 1924 zuerst in Nagold und später in Reutlingen, wo er von 1924 bis 1927 eine Schriftsetzerlehre absolvierte. Daneben besuchte er die Staatliche Kunstgewerbeschule in Stuttgart. Infolge fehlender familiärer Unterstützung musste er das Studium 1928 abbrechen, danach war er (zeitweise) arbeitslos.

Nachdem er zwischenzeitlich das Studium an der Kunstgewerbeschule wieder aufgenommen hatte, führten ihn Studienreisen zwischen 1931 und 1933 nach EnglandÄgypten und Griechenland. Im Juli 1933 kehrte er nach Deutschland zurück. Da er sich als Künstler nicht durchsetzen konnte, hielt er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Als Kritiker des Nationalsozialismus wurde ihm 1937 von der Reichskulturkammer die Untersagung der Berufsausübung als Gebrauchsgrafiker und Maler angedroht, sie wurde aber nicht ausgesprochen. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Grieshaber 1940 in die Wehrmacht eingezogen und war als Funker in Hagenau im Elsass stationiert. 1945 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft und war etwa ein Jahr lang in Mons (Belgien) interniert.

1946 kehrte er in den Reutlinger Raum zurück, wo er ab dieser Zeit auf der Achalm bei Eningen, einer unmittelbaren Nachbargemeinde Reutlingens, lebte und arbeitete. 1950 wirkte er an der Neugründung des Deutschen Künstlerbundes mit, dessen Vorstand er von 1956 bis 1967 angehörte. Zwischen 1951 und 1953 arbeitete er als Lehrer an der Bernsteinschule bei Sulz am Neckar und wurde 1955 Nachfolger Erich Heckels an der Kunstakademie Karlsruhe, wo er bis 1960 lehrte. Grieshaber gab seine Professur auf, als einige seiner Studenten das Zweite Staatsexamen nicht bestanden, da ihre Prüfungsarbeiten als nicht genug naturgetreu angesehen und ihnen mangelnde handwerkliche Fähigkeiten attestiert wurden. Dieser Vorgang löste eine in der Öffentlichkeit viel beachtete Debatte darüber aus, was Kunst sei und was Kunst nicht sein dürfe und führte in der Folge dazu, dass die Prüfungsordnung der Karlsruher Akademie, die noch aus der Zeit des Nationalsozialismus stammte, geändert wurde.

Er war Herausgeber von Zeitschriften wie dem Engel der Geschichte.

In den folgenden Jahren erhielt Grieshaber verschiedene Preise und Auszeichnungen; so 1957 den Oberschwäbischen Kunstpreis, 1961 den Kunstpreis der Stadt Darmstadt, 1962 den Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf, 1968 den Kulturpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes, 1971 den Dürer-Preis der Stadt Nürnberg und 1978 den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig. Gemeinsam mit Rolf Szymanski begründete er den Jerg-Ratgeb-Preis, der 1977 zum ersten Mal dem Bildhauer Rudolf Hoflehner verliehen wurde.

Grieshaber engagierte sich auch gesellschaftspolitisch, so zum Beispiel gegen die Diktaturen in Griechenland zwischen 1967 und 1974 und Chile nach dem Militärputsch von 1973, sowie im Bereich Landschaftsschutz/Ökologiegegen Atomkraftwerke und für den Brückenschlag zwischen den beiden deutschen Staaten DDR und BRD. Wichtigste Mitstreiterin hierbei wurde die Lyrikerin Margarete Hannsmann, von 1967 bis 1978 seine Lebensgefährtin.

Zu seinem 70. Geburtstag 1979 wurden große Retrospektiven in vielen Museen in beiden Teilen Deutschlands gezeigt. Mit dem Konstanzer Kunstpreis wurde Grieshaber 1980 das letzte Mal in seinem Leben ausgezeichnet. Im Jahr darauf starb er im Alter von 72 Jahren.

(Quelle: wikipedia)

HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshabers Bilder in der Kunstleihe-Harburg


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Der Ratsherr (Reihe „Totentanz von Basel“)
Bildrechte: HAP Grieshaber, Kunstleihe Harburg, Schnell, Sabine (Foto) - CC BY-NC 4.0


Kunstwerke (z.Z. ohne Foto):
"Der Jurist"